Film-Empfehlung
Ich habe letztens "Mad God" geschaut, es ist einer der wenigen Filme, die mich noch Wochen später beschäftigen. Der Film ist schon 2021 erschienen, leider ist er mir vor kurzem entgangen.
Er ist zwar dem Horror-Genre zuzuordnen, lässt sich aber nicht mit den üblichen Horror-Filmen vergleichen. Es gibt keine Jumpscares, keine "Jungfrauen in Nöten" oder dergleichen. Man bekommt einen in einen Film gepressten Albtraum, welcher einem Szenen präsentiert, die man sich sonst selbst nicht ausdenken könnte und die einen zum Nachdenken anregen.
Wer Filme im Stil von Tim Burton mag, ich denke vor allem an „Beetlejuice“ und "Edward mit den Scherenhänden", könnte mit "Mad God" etwas Ähnliches bekommen. Wo Tim Burton allerdings harmlos ist, wird "Mad God" einen in jedem Fall auf irgendeine Weise verstören. Der Film ist nicht übermäßig brutal, vielmehr sind es die implizierten Umstände der gezeigten Welt, die einen fertigmachen, während man die visuelle Ebene verarbeitet.
"Die visuelle Ebene" ist für sich alleine schon ein Meisterwerk. Der Film wurde zu ca. 95 % mit Stop-Motion umgesetzt, die restlichen 5 % sind Realfilm, der mit Effekten so weit verändert wurde, dass man Schwierigkeiten hat, Realfilm vom Stop-Motion zu unterscheiden. Insgesamt war der Film fast 30 Jahre (mit Pause) in Produktion und wurde mit extremer Liebe zum Detail produziert. Die Szenen sind, ganz besonders für Stop-Motion, unfassbar detailliert. Also selbst wenn man sein Hirn abschaltet und sich den Film einfach nur anschaut, bekommt man ein einmaliges visuelles Erlebnis geboten.
Sollte man sich von der Faszination der gezeigten Bilder losreißen können und anfangen, die Welt dahinter verstehen zu wollen, erkennt man aber schnell, dass einem der Film sehr viel Freiraum für Interpretationen lässt. Er gibt einem zwar eine grobe Richtung, aber mit jedem Detail, das man wahrnimmt, oder eben nicht, ändert sich die Aussage des Films doch stark.